04 - Frühmittelalter

Wie jedes andere Reich dieser Welt, war auch das Römische Reich nicht von Dauer. Im Jahre 455 wurde Rom geplündert und zerstört. Dieses Ereignis markiert das Ende des Altertums, der Antike, und den Beginn des Mittelalters. Schon ein halbes Jahrhundert vorher war das römische Imperium in ein oströmisches und ein weströmisches Reich zerfallen. Auf dem Boden des oströmischen Reiches entstand die griechisch-orthodoxe Kirche, und auf dem Boden des weströmischen Reiches erstand das christliche Abendland mit der römisch-katholischen Kirche.

Hier begann bald der Aufstieg eines neuen Reiches, nämlich des germanischen Frankenreiches. Zu Beginn der Regierungszeit Karls des Großen im Jahre 768, umfasste dieses Reich die Benelux- und Alpenländer, Frankreich und Deutschland, außer Sachsen.
Die hier lebenden Völker hatten das Christentum schon angenommen, die Sachsen waren noch heidnisch.

Fliehburgen gegen die Sachsen, bestehend aus Wällen und Gräben, kann man heute noch an verschiedenen Stellen dieses Grenzgebietes sehen, und auch jetzt noch, mehr als 1200 Jahre später, trennt diese alte Grenze verschiedene Regierungsbezirke, Landschaften, Dialekte und konfessionelle Prägungen.

Nach 30-jähriger Kriegsführung konnte der Frankenkönig die Sachsen unterwerfen, und die Christianisierung schritt weiter nach Norden fort.