07b - Vom Himmel hoch da komm ich her

Ein Weihnachtslied aus jener Zeit kennen wie alle; Martin Luther schrieb es im Jahre 1535 und verband damit eine Überraschung für seine Kinder.
Als er am heiligen Abend im Familienkreis die Weihnachtsgeschichte erzählte und grade von dem Engel und den himmlischen Heerscharen berichtete, öffnete sich die Tür, und ein als Engel verkleideter Mann trat herein und sang:

Vom Himmel hoch, da komm ich her. Ich bring euch gute neue Mär.
Der guten Mär bring ich so viel, davon ich singen und sagen will.

Dann sprach Luther die anderen Strofen vor, und gemeinsam sangen sie das Lied zu Ende.

Euch ist ein Kindlein heut’ geborn von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein, so zart und fein, das soll eu’r Freud und Wonne sein.

Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.

Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit.
Daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.

So merket nun das Zeichen recht: die Krippe, Windelein so schlecht,
da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.

Eines der bekanntesten Lieder von Martin Luther ist "Ein feste Burg ist unser Gott", das auf Psalm 46 zurückgeht, wo es heißt: "Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz".

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muß er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn und kein’ Dank dazu haben;
er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib:
laß fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn,
das Reich muß uns doch bleiben.